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Natürlich, schön und stimmig: die Ziegelfassade des neuen Wohnheims Blumenhaus Buchegg.

Dach
23.08.2016

Ein Haus zum Wohlfühlen

Das Blumenhaus-Buchegg in Kyburg-Buchegg ist ein besonderes Zuhause für besondere Menschen. Am 26. bis 28. August 2016 wurde das neue Wohnheim eingeweiht. Blickfang der besonderen Art war und ist die Ziegelfassade.

Ganz selbstverständlich steht er da, der Neubau Blumenhaus Buchegg in Kyburg-Buchegg. Das Wohnheim, das Platz für 30 Erwachsene mit geistigen mehrfachen Beeinträchtigungen bietet, schmiegt sich ins Terrain, als wäre der Platz längst dafür vorgesehen gewesen. Der Betrachter ist angetan, hält inne. «Haben Sie gesehen, die Fassade ist aus Ziegel», sagt ein Besucher zu zwei Lieferanten, die sich per Zufall auf dem Parkplatz treffen. Tatsächlich ist die Fassade etwas Besonderes: gemacht aus Tondachziegeln, 11’325 an der Zahl, Typ Vaudaire glatt gerade naturrot. Herstellerin der Ziegel ist Gasser Ceramic, die extra für das Blumenhaus einen Spezialziegel fertigte.

Das neue Wohnheim, das das Platzangebot der Institution, die am Ort bereits beheimatet ist, mehr als verdoppelt, sollte modern, geräumig, zweckmässig sein und gleichzeitig eine gewisse Bescheidenheit ausstrahlen sowie unterhaltsarm sein, so die Vorgabe der Bauherrschaft. Das Resultat «Neubau Blumenhaus» überzeugt – architektonisch und auch inhaltlich. Roger Schnellmann, Institutionsleiter Blumenhaus-Buchegg, bestätigt: «Wir haben ein funktionales, betriebsfreundliches Haus entwickelt, das viel Charme und Atmosphäre hat – ein Haus zum Wohlfühlen.» Der Wohlfühlfaktor ist ein wichtiger Punkt – ganz besonders bei diesem Projekt. Hier wohnen und arbeiten erwachsene Menschen, die geistig mehrfach beeinträchtigt sind.

Material und Architektur in wunderbarer Symbiose
Dass dereinst ein Ziegel die Fassade des Neubaus zieren soll, war nicht von Anfang an gegeben. Einem, dem viel daran lag, war Rolf Münger, Technischer Berater bei der Ziegelherstellerin Gasser Ceramic. Er war seit der ersten Stunde ins Vorhaben involviert und hat dann – in engster Zusammenarbeit mit dem Architekten und dem Dachdecker – ein Argumentarium für Ziegelfassaden ausgearbeitet. «Wir haben Referenzobjekte wie das Gurtenareal Bern besucht, Musterfassaden erstellt und Detaillösungen angeschaut», so Münger. Die Bauherrschaft war überzeugt, mit dem Ziegel die richtige Wahl zu treffen, auch, weil so eine schöne Tradition in ein neues Kapitel über- und weitergeführt wird. Schliesslich gehört der Ziegel zur Bautradition im Buechibärg, zu dem das Dorft Kyburg gehört. Die Neuinterpretation und Umsetzung als Fassade in diesem modernen Bau sei toll, so Münger. Und weshalb war der Vaudaire mit glatter Oberfläche, Gradschnitt und in Naturrot die richtige Wahl? «Weil er schön in die Landschaft und ans Gebäude passt. Weil er so harmonisch ist.»

Auch wenn die Ziegelfassade gemäss Roger Schnellmann anfänglich etwas gewöhnungsbedürftig war, so sind die Feedbacks umso positiver. Auch Dachdecker Fritz Jörg schwärmt: «Die Fassade ist natürlich, schön und gelungen. Architektur und Material gehen eine wunderbare Symbiose ein.»

Ästhetik und weitere Vorteile
Was heute so selbstverständlich wirkt, war in der Planung und Umsetzung herausfordernd. «Eine solche Fassade mit einem solchen Ziegel in dieser Deckungsart haben wir vorher noch nie realisiert. Wir mussten genau prüfen, wie wir die Details ausführen», sagt Jörg. Besonders herausfordernd war, dass es bei den Ecken und Fenster «gut aufgeht». Gefragt war eine sehr enge Zusammenarbeit, Planung und Abstimmung zwischen Architekt und Dachdeckerunternehmen. «Wir wollten beide Qualität und Präzision; ein Kompromiss war für beide nie ein Thema», sagt Fritz Jörg. Das Resultat überzeugt. Die Fassade ist harmonisch, ruhig und bis ins Details sauber konzipiert und umgesetzt. Das spricht für ein absolut exaktes Arbeiten, das für Jörg und sein Team im gesamten Prozess höchste Priorität hatte. Zurecht schauen «unsere Männer mit Stolz auf das Ergebnis», so Jörg.

Architektur, Produkt und Handwerk sind wesentliche Aspekte und spiegeln sich in der Ästhetik. Jörg streicht daneben weitere Vorteile der Ziegelfassade hervor: «Ziegel sind unterhaltsarm und pflegeleicht. Dreck kann mit Wasser runtergewachsen, allfällig defekte Ziegel können einfach ersetzt werden.» Auch energetisch macht eine Ziegelfassade mit Holzunterkonstruktion und entsprechender Wärmedämmung Sinn. Und sie ist ein wirksamer Wetterschutz.

Die Ziegelfassade ist auch ein Spendenprojekt
Die Ziegelfassade hatte schon vor der Fertigstellung eine gewisse Prominenz erreicht, war sie doch Inhalt resp. Aufhänger einer Spendenaktion. So konnten Interessierte und Gönner einen oder mehrere Ziegel zu einem Preis von je CHF 20 kaufen und so zum Mitbesitzer des Blumenhaus-Buchegg werden. Die Aktion war sehr erfolgreich, wie Rolf Schnellmann bestätigt: «Es sind nur noch ein paar Ziegel zu erwerben.»

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